Stromzähler ablesen in 4 Steps: So geht's

Einmal im Jahr ist sie fällig: Die Stromzähler-Ablesung. Nun heißt es: Zähler finden, Zählerstand notieren und dem Stromversorger schicken. Doch welche unter den vielen Ziffern ist die Richtige? Wir zeigen dir, wie's geht und worauf du sonst noch achten solltest.
von Christine Jerxsen

Zwar schicken manche Unternehmen einen Ablesedienst vorbei, der dir die Arbeit abnimmt, doch in den meisten Fällen wirst du freundlich gebeten, selbst die notwendigen Daten durchzugeben. Diese werden für deine Jahresabschlussrechnung benötigt. Werden die Zählerstände nicht übermittelt, muss dein Stromanbieter den Verbrauch schätzen und dies könnte im Zweifelsfall für dich von Nachteil sein. Fazit: Wer selbst abliest, hat die Kontrolle und ist daher klar im Vorteil!

Step 1: Stromzähler finden

Bevor du dich ans Ablesen machst, muss das Gerät, das zu deiner Wohnung gehört, erst einmal gefunden werden! Meistens heißt es dafür: Nach unten gehen, denn oft ist der Zähler im Keller des Hauses eingebaut. Dort lauert dann bisweilen die nächste Hürde: Der Zugang ist verschlossen! Bist du Mieter, bitte in diesem Fall deinen Hausverwalter oder Vermieter, dir den Zugang zum Stromzähler zu gewähren.

Step 2: Stromzählernummer notieren

Damit du nicht aus Versehen den Zählerstand des/der Nachbar*in meldest, notiere dir am besten erst einmal die Stromzählernummer. Du findest sie entweder in unmittelbarer Nähe zu einem Barcode, nach der Angabe von „Nr.“ oder vor bzw. nach der Formulierung „Eigentum des Elektrizitätswerks“, „Eigentum des Netzwerkbetreibers“ oder „Eigentum des Messstellenbetreibers“. Achtung: bei den digitalen Zählern wird die Zählernummer nicht digital angezeigt.

Step 3:  Zahlen richtig ablesen: Welches Gerät habe ich?

Läuft ein kleines Band vor deinem Auge ab oder siehst du digitalisierte Werte? Je nachdem, welche Art von Zähler du ablesen musst, gilt es auf verschiedene Werte zu achten. In der folgenden Bildergalerie zeigen wir dir, wie die unterschiedlichen Stromzähler aussehen:

  • Ferrariszähler Eintarifzähler: Die Zahlen, auf die es ankommt, sind schwarz unterlegt. Je nachdem, wie viel Strom du gerade im Moment verbrauchst, drehen sie sich schneller oder langsamer. Dahinter steht „kWh“ (Kilowattstunden). Das ist der Zählerstand, den du notieren solltest. Die Nachkommastelle im roten Feld kannst du weglassen.
  • Ferrariszähler - Doppeltarifzähler: Gleich zwei Zahlen sind beim Doppeltarifzähler abzulesen, dem erweiterten Modell des Ferrariszählers. Diesen wirst du nur dann ablesen müssen, wenn du Tag-Nacht-Strom beziehst bzw. einen Tag-Nacht-Tarif nutzt oder dies in der Vergangenheit der Fall war. Hier musst du zwei Zählerstände ablesen: Den Hochtarif (dieser misst den Stromverbrauch am Tag) und den Niedertarif (verbrauchter Strom bei Nacht). Die Zahlen musst du im Prinzip genauso ablesen wie beim Eintarifzähler. Achte zusätzlich auf die Abkürzungen HT (=Hochtarif) und NT (=Niedertarif).
  • Digitaler Zähler (Moderne Messeinrichtung (mMe)): Bei einem digitalen Stromzähler bekommst du die verschiedenen Zählerstände abwechselnd angezeigt. Wichtig für dich ist der „Bezug gesamt“ (1.8.0.). Für Hoch- und Niedertarif ist der Zählerstand „Bezug HT 1.8.1.“ bzw. „Bezug NT 1.8.2.“ zu notieren. Auch hier benötigst du nur die Zahlen vor dem Komma. Diese Zahl(en) solltest du abschreiben.
  • Zweirichtungszähler: Hier wird zusätzlich die Energielieferung ins Netz (2.8.0) angezeigt, wenn du zum Beispiel eine Photovoltaikanlage und einen Energieüberschuss hast.

Gut zu wissen: Die moderne Messeinrichtung kann dir nicht nur den aktuellen Stromverbrauch anzeigen, sondern noch weitere gespeicherte Werte – wie z.B. den durchschnittlichen Stromverbrauch pro Tag, Monat, Jahr. Um diese Werte abzurufen, musst du eine PIN eingeben, die du von deinem Stromversorger erhältst. Entweder dein Gerät hat einen Knopf für die Eingabe, oder du musst ihn mit einem Lichtsignal bedienen. Klingt kompliziert? Aus Datenschutzgründen ist es aber sinnvoll, denn dadurch hast wirklich nur du Zugriff auf deine Verbrauchsdaten und kannst auch dein Stromsparpotenzial einschätzen und überprüfen.

Intelligentes Messsystem (Smart Meter iMSys)

Nicht zu verwechseln sind die modernen Messeinrichtungen mit den sogenannten iMSys, den Smart Metern. Wenn dein digitaler Zähler zusätzlich mit einem solchen Smart Meter ausgestattet ist, bist du fein raus, denn er erledigt die Meldearbeit für dich, weil er über ein Gateway in ein Kommunikationsnetz eingebunden ist. Internetfähig und PIN-geschützt, wird der Stromverbrauch nicht nur digital erfasst, sondern die Daten auch gleich an den Messstellenbetreiber weitergeben. Öko-Pluspunkt: Durch die unmittelbare Weiterleitung der Daten an den Energieversorger können erneuerbare Energiequellen dem Bedarf genauer angepasst werden. Smart Meter iMSys werden nach und nach eingesetzt – allerdings nur für Großverbraucher mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh. Ein normaler 4-Personen-Haushalt hat einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh und kommt daher leider erstmal nicht in den Genuss der intelligenten Zähler.

Step 4: Zählerstand übermitteln

Alles notiert? Prima, nun kannst du uns den Zählerstand bequem per Telefon, Post oder Fax mitteilen. Noch einfacher und schneller geht es online im Online-Service oder über unseren Chatbot Eny (klicke hierfür einfach auf unserer Webseite unten rechts auf die grüne Blase). Hierfür benötigst du zusätzlich zum erfassten Zählerstand auch noch deine Vertragsdaten (Geschäftspartnernummer und Vertragskontonummer).

Gut zu wissen

Selbstablesen ist zwar einfach, die Kontrolle ersetzt es jedoch nicht komplett, denn dein Netzbetreiber muss alle paar Jahre mit geschultem Personal persönlich für eine Sichtkontrolle vorbeikommen und die Zähler bei Bedarf erneuern. Wichtig: Die Ableser müssen sich mit Dienst- und Personalausweis ausweisen und dürfen nur in Haushalten den Stromzähler ablesen, in denen Erwachsene anwesend sind.

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